Joseph Robert Lenné (1818 – 1891) revolutionierte im 19. Jh. die Landwirtschaft in Luxemburg
Rezension des Beitrags: Frédéric Braun. Die Noth ist groß. land 11.09.2026
von Jost Brökelmann
Von Joseph Robert Lenné ist bislang in der Lenné-Gesellschaft Bonn e.V. kaum etwas bekannt. Das hat sich jetzt geändert, denn Frédéric Braun aus Luxemburg hat erstmals von Joseph Robert Lenné als Erneuerer der Luxemburgischen Landwirtschaft im 19. Jh. folgende Daten berichtet: Joseph Robert Lenné, geboren 1818, entstammte der bekannten Hofgärtnerfamilie Lenné im Rheinland, so Frédéric Braun. Er erlernte Landwirtschaft auf Gütern der preußischen Rheinprovinz und am Nassauischen Institut für Landwirtschaft in Wiesbaden. Danach war er bei seinem berühmten Onkel Peter Joseph Lenné d. J., Preußischer Gartenbaudirektor, in Berlin und Potsdam tätig.
1842 studierte er an der École de GrandJouan in Frankreich. 1847 holte Pierre-Ernest Dams, Politiker, Richter, Journalist und Gutsbesitzer von Reckingerhof / Luxemburg, ihn als 31-Jährigen1 Fachmann für moderne Agrarwirtschaft in das neu-gegründete Großherzogtum Luxemburg. Er heiratete 1849 Dams Tochter Julie, erbte nach Dams Tode 1855 den Reckingerhof und führte in Luxemburg insgesamt über 40 Jahre lang Reformen durch: Joseph Robert Lenné wurde prämiert für eine tragbare Schmiede und einen verbesserten Getreidesortierer; er führte Schweizer Ziegen, Durham Zuchtbullen und italienische Bienenköniginnen ein; er übernahm die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen aus Deutschland, Darlehenskassen-Vereine in Luxemburg zu gründen; Joseph Robert Lenné „forderte eine bessere Wirtschaftsführung der Bauern, mehr „Ordnung, Reinlichkeit der Zeit und des Geldes“ sowie eine Ackerbauschule.“ Er kann also „als ein früher geistiger Wegbereiter des luxemburgischen Kreditgenossenschaftswesens gelten.“ Die Ehe mit Julie geb. Dams blieb kinderlos. Joseph Robert Lenné starb am 24.10.1891 und wurde im Familiengrab der Dams in Neunkirchen/Luxemburg begraben.
Bemerkungen:
Über die Kindheit von Joseph Robert Lenné hat die Lenné-Gesellschaft Bonn folgende
Informationen: Sein Vater war Philipp Joseph Johann Cunibert Lenné2 , Großkaufmann und Bankier, geboren in Bonn am 10.12.1787, getauft römisch-katholisch in Bonn St. Martin am 12.12.1787 und früh gestorben am 10.11.1843. Seine Mutter war Henriette Luise Joengruber, auch Penzengrube(r) genannt; sie starb am 22.09.1869 in Neuenahr. Philipp Joseph Lenné war Bankier in Köln und zog mit seiner kinderreichen Familie um 1830 nach Honnef. Sein Verwandter Hans Adams schrieb 1962 in seiner Familiengeschichte3 : „Als in den 40er oder 50er Jahren des vorigen Jh. ein Einbruch in die Bankräume des Bankiers erfolgte, war er verpflichtet, gestohlene Depositen zu ersetzen, und deshalb genötigt, das „Neue Haus“ an den Justizrat Adams oder dessen Sohn Clemens zu veräußern, dem das erworbene Anwesen als Existenzgrundlage dienen sollte.“ Da Joseph Robert Lenné ab 1842 in Frankreich Landwirtschaft studiert hatte, kann man davon ausgehen, dass er von 1830 bis etwa 1840 sein elterliches Zuhause in Honnef hatte. Auf diesem Grundstück steht noch heute eine Zeder, die laut Hans Adams im Garten seines Vaters Philipp von seinem Onkel Peter Joseph Lenné d. J. gepflanzt worden ist.
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1 Bemerkung J. B.: 1847 war Joseph Robert Lenné erst 29 Jahre alt
2 Genealogische Sammlung Roswitha Aengenendt, Bibliothek der Lenné-Gesellschaft Bonn e. V.
3 Adams, Hans. Aus der Familiengeschichte des ersten Bürgermeisters der Stadt Honnef Clemens Joseph Adams. In: Haag, August, Hrsg. Bad Honnef am Rhein. Beiträge zur Geschichte unserer Heimatgemeinde anlässlich ihrer Stadterhebung vor 100 Jahren. Bad Honnef : Stadt[verw.] , 1962, S. 65 - 67
Abb.: Der Ausschnitt aus Stammbaum Familie Lenné von Roswitha Aengenendt zeigt Joseph Robert Lenné (1818 – 1891) als 3. Kind von Philipp Joseph Lenné (1787 – 18134 ). (Genealogische Sammlung Heinrich Römbel, Bibliothek, Lenné-Gesellschaft Bonn e. V.)
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4 Das Todesjahr müsste 1843 heißen.