Lenné-Haus Bonn, Konviktstr.6
Herzlich willkommen bei der
Lenné-Gesellschaft Bonn e. V.
Peter Joseph Lenné ist wie Beethoven ein berühmter Sohn der Stadt Bonn. Als Gartenarchitekt und Städteplaner war er von herausragender Bedeutung für Preußen und ganz Deutschland.
Ziele der Lenné-Gesellschaft Bonn e. V.
Das Werk Peter Joseph Lennés als Gartenarchitekt und Stadtplaner hat überragende kultur- historische Bedeutung. Wir wollen das Wissen um diese Bedeutung durch umfassende Öffentlichkeitsarbeit fördern, insbesondere durch Vorträge, Führungen und Veröffentlichungen, u. a. auf unserer Website.
Lennés Geburtshaus, erbaut um 1773, sollte wegen seiner historischen Bedeutung und seiner Top-Lage am Rhein neben dem Alten Zoll zu einem Museum ausgebaut werden. Es sollte das Wirken von Peter Joseph Lenné sowie von seinen 5 Generationen Hofgärtner-Vorfahren widerspiegeln und damit die Stadt Bonn als ehemalige Kurkölnische Residenzstadt würdigen.
Die Lenné-Forschung soll intensiviert und gefördert werden,
PETER JOSEPH LENNÉ
Peter Joseph Lenné war als Gartenkünstler und Städteplaner einer der bedeutendsten Landschaftsgestalter des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Lenné wurde in der Konviktstraße 4 am Alten Zoll geboren und sein Geburtshaus ist heute noch erhalten.
„Nichts gedeiht ohne Pflege und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckmäßige Behandlung ihren Wert.“
Peter Joseph Lenné
29. September 1789 in Bonn
23. Januar 1866 in Potsdam
Peter Joseph Lenné entstammte der Bonner Hofgärtnerdynastie Lenné, die die Stadt seit 1665 über fünf Generationen prägte. Gemeinsam mit seiner Familie setzte er sich für die Gestaltung und den Erhalt der wertvollen Bonner Grünanlagen aus kurfürstlicher Zeit ein.
Lenné revolutionierte die Gartenbaukunst seiner Zeit. Als General-Gartendirektor war er für alle königlich-preußischen Gärten zuständig.
Herkunft/Privatleben
Karriere/Engagement
Am 15. September 1805, mit fast 16 Jahren, begann Peter Joseph Lenné eine dreijährige Gärtnerlehre bei seinem Patenonkel, dem Hofgärtner Josef Clemens Weyhe, im Brühler Schlossgarten. Auf Ausbildungsreisen erweiterte er seine Kenntnisse. Beispielsweise besuchte er in Paris Vorlesungen des Botanikers André Thouin, des Gartenarchitekten Gabriel Thouin sowie des Architekten Jean-Nicolas-Louis Durand.
Von 1812-1815 arbeitete er bei dem hochgeachteten kaiserlichen Hofgärtner Franz Boos (1753-1832) in Schönbrunn und im Schlosspark Laxenburg bei Wien.
Während Lenné sich außerhalb des Rheinlandes aufhielt, geriet die Region unter französische Herrschaft, und seine Familie zog nach Koblenz, der neuen Hauptstadt des Département de Rhin-et-Moselle. Nach seiner Rückkehr verließ Peter Joseph Lenné das Rheinland und trat 1816 in königlich-preußische Dienste in Potsdam ein. Dort konnte er seine Ideen von einem Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen, malerischen Baumgruppen und Sichtachsen in der „Verschönerung der Insel Potsdam“ umsetzen. Dabei arbeitete er eng mit den Architekten und Städtebauern Schinkel und Stüler zusammen. 1853 wurde er Ehrenmitglied der Akademie der Künste in Berlin und 1861 Ehrendoktor der Universität Breslau.
Werke/Errungenschaften
Peter Joseph Lenné erneuerte die Gartenbaukunst seiner Zeit und konnte durch seine botanischen Kenntnisse und zeichnerischen Fähigkeiten überzeugen. Er gestaltete herausragende Gartenanlagen, wie den erweiterten Park von Sanssouci und die Pfaueninsel in Potsdam sowie den Berliner Tiergarten. 1822 gründete er die erste Landesbaumschule und die Gärtner-Lehranstalt in Brandenburg. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ernannte Peter Joseph Lenné zum General-Gartendirektor aller königlich-preußischen Gärten und setzte ihm schon zu Lebzeiten ein Denkmal.
Sein Zuständigkeitsbereich umfasste über 100 Gärten in Berlin und Brandenburg sowie weitere in Mecklenburg-Vorpommern, im heutigen Polen, in Sachsen und im Rheinland. Zusätzlich übernahm er Aufträge für große Gartenanlagen, unter anderem in Breslau, Lübeck, Feldafing am Starnberger See, Burg Hohenschwangau, Burg Hohenzollern und Bad Ischl. Zusammen mit Schinkel plante er den ersten Volksgarten in Magdeburg. Bei seinen Stadtplanungen versuchte er durchgehende Grüngürtel für die Bevölkerung zu schaffen, so zum Beispiel in Berlin und Wien.
Lenné blieb seiner Heimat bis zu seinem Lebensende eng verbunden. Im Rheinland gehen Gartenanlagen in Aachen, Bad Neuenahr, Benrath, Bad Godesberg, Brühl, Koblenz, Oberkassel, Sinzig und Burg Stolzenfels auf seine Pläne zurück. Die Flora in Köln - eines seiner Spätwerke - zeigt, dass er es verstand, auch die stilistischen Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts in seine Gartenkunst zu integrieren.
ERINNERUNGSSPUREN IN BONN
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Foto um 1906 (Stadtarchiv Bonn, Bildsammlung) |
Geburtshaus
Das Haus in der Konviktstr. 4 wurde nach 1773 als Dienstwohnsitz für Großvater Johann Cunibert Lenné und Ersatz für die 1777 abgebrannte Hofgärtnerwohnung im „Pavillon parterre“ des Residenzschlosses erbaut. 1789 wurde es zum Geburtsort von Peter Joseph Lenné und ist seit 1818 Stiftungsgut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität.